Tagebuch Texte
Hier sind die Zitate aus den Tagebüchern gesammelt zu finden.


Zwei Stühle, eine Meinung

Das Erwachen ist ein Bewusstseinswandel, bei dem sich Denken und Bewusstheit trennen. Bei den meisten Leuten ist dies kein Ereignis, sondern ein allmählicher Prozess, den sie durchlaufen. Selbst die wenigen Menschen, die ein plötzliches, dramatisches, offenbar unumkehrbares Erwachen erfahren, machen eine Entwicklung durch, in der das neue Bewusstsein nach und nach in alles einfließt, was sie tun, es transformiert und so in ihr Leben integriert wird.

Eckhart Tolle, EINE NEUE ERDE, Seite 268


Was jetzt anscheinend auch geschieht, ist, dass das 'Ereignis' keine Rolle spielt. Vor dreißig, vierzig, fünfzig Jahren war das Erwachen ein Ereignis. Und davor war es viele tausend Jahre lang ein Ereignis, das verkündet wurde und das den Betroffenen mit einer gewaltigen Explosion einer riesigen Erwachensexplosion erschütterte. Aber heute entwickeln die Menschen ein solches Gewahrsein und Verständnis von DEM, dass jene Explosion nicht mehr stattzufinden braucht. Da gibt es nicht mehr diese plötzliche Verwandlung von einer Sache zur andern.

Tony Parsons, DAS IST ES, Seite 104




Zitat von Zenmeister Ryokan aus einem Buch von Jed McKenna



Zu träge um Pläne zu schmieden,
überlasse ich die Welt sich selbst.
Reis im Beutel für zehn Tage,
ein Bündel Reisig neben dem Kamin.
Wozu das Gerede von Illusion und Erleuchtung?
Dem nächtlichen Regen lauschen, der auf die Schindeln tropft,
sitze ich behaglich hier und halte die Beine ausgestreckt.


Alles ist Musik         von Roland Rottenfußer

Wir leben in einem Universum aus Schwingungen. Was wir als Musik hören und genießen können, ist nur die Spitze eines Eisbergs. Darunter rauscht ein Meer von Schwingungsmustern, die einander durchdringen und beeinflussen. Wir sollten die Welt nicht als einen Baukasten aus unzähligen Klötzchen verstehen, sondern als gewaltige Symphonie. Vielleicht kommen wir so auch dem Geheimnis Gottes näher. Und dem der Liebe.

http://hinter-den-schlagzeilen.de/2011/01/14/alles-ist-musik/

gefunden dank     www.RichSchwab.de

Zitate aus 'Der Weg des direkten Erwachens' von Christian Opitz:


Der einzige Unterschied zwischen den Erleuchteten und den Unerleuchteten besteht darin, daß die Erleuchteten keinen Unterschied sehen.

Spirituelles Erwachen geschieht, wenn Ihnen die Ausreden für ein Fortsetzen Ihres Leidens ausgehen. -Stephen Gray-

Erwachen ist einfach. Es zu verkörpern, ist die Herausforderung. - Stephen Gray-

Ein Schüler fragte seinen Zen-Meister: Meister, wie diene ich anderen am besten?
Der Meister antwortete: Am besten, du dienst anderen.

Was ist Glückseligkeit anderes als dein eigenes Sein? Du bist nie vom Sein getrennt, das dasselbe wie Glückseligkeit ist. Sei das Selbst, das ist Glückseligkeit. -Ramana Maharshi-

Die durchschnittliche Lebensdauer eines Medikaments auf dem Pharmamarkt beträgt 5 Jahre, bevor es wegen Unwirksamkeit oder zu großer Nebenwirkungen vom Markt genommen wird.

Intensität bedeutet, eine klare Priorität für die essentielle Suche nach Erfüllung im Leben zu haben.

Die Psychologie ist eine wahrhaft fortschrittliche Wissenschaft. Habe ich einen schlechten Traum, so habe ich die Wahl zwischen 2 möglichen Erklärungen: Der Behaviourist sagt mir, es läge daran, daß ich etwas Schlechtes gegessen habe. Der Psychoanalytiker hingegen meint, ich hätte schlecht geträumt, weil ich in meine Mutter verliebt sei. -Bertrand Russell-

Wenn du in deinem Herzen verwirklichst, was deine wahre Natur ist, wirst du unendliche Weisheit, Wahrheit und Glückseligkeit finden, ohne Anfang und Ende. -Ramana Maharshi-

Obwohl Illusion nichts ist, erscheint sie so machtvoll und umfassend, obwohl sie so machtvoll und umfassend erscheint, ist sie wirklich nichts. -Nome-

Nach Selbstwertgefühl zu suchen bedeutet, der eigenen Seele ein Preisschild anzuhängen.

OM Shanti

Aus dem Begleitbuch zur Findhorn Seminar DVD von Eckhard Tolle:


Das Denken kommt zur Ruhe, wenn du einen Hund streichelst oder dir eine schnurrende Katze an die Brust drückst. Schon die bloße Betrachtung eines Tieres kann dich aus dem Denken herausholen. Das Tier ist enger mit dem Ursprung des Lebens verbunden als die meisten Menschen, und diese Verbundenheit mit dem Sein teilt sich dir mit. Millionen Menschen, die sonst vollkommen in einer Scheinwelt verloren wären, bleiben geistig gesund, weil sie mit einem Tier zusammenleben.

Paul Lowes Wort zum Sonntag (www.paullowe.org)

Question: ... why doing all the effort if we are going to die soon anyway?

True - we are all going to die anyway. Just a matter of where, how and when. In the meantime, can you really look into the eyes of someone suffering and not care? Even though the mind says that is what they need, and anyway it is hopeless, does not the heart feel to be available - for something more than football, fashion, the self?

question: ... the dying fishes and birds ...

Right. But the 'poor' fishermen are going to kill as many as they can anyway! Any major difference between the cow/sheep/fowl and your cat/dog? Yum. Strange? - how some people complain when attacked by a shark - while spear fishing? Are we really that special? Not to the shark anyway.
Good job nothing matters eh...

Es hat mich tief berührt und ich hab minutenlang Tränen gelacht. Hoffe, ihr checkt es alle. Für den Fall, daß nicht, hab ich es laienhaft zu übersetzen versucht.

Frage: Was soll der ganze Aufwand wenn wir eh bald sterben?

Stimmt. Wir sterben so oder so. Nur eine Frage von wo, wie und wann. In der Zwischenzeit, kannst du unbekümmert in die Augen eines leidenden Wesens schauen? Auch wenn der Verstand sagt, das ist was es braucht, und auch wenn es hoffnungslos ist, fühlt nicht das Herz, daß es erreichbar sein muß, für mehr als Fußball, Mode, sich selbst?

Frage: ... die sterbenden Fische and Vögel ...

Richtig. Aber die 'armen' Fischer töten sowieso so viele wie sie können. Irgend ein größerer Unterschied zwischen Kühen/Schafen/Vögeln und deiner Katze/deinem Hund? Hm. Komisch? Wie Leute sich beschweren wenn sie von einem Hai angegriffen werden - während sie beim Speerfischen sind? Sind wir wirklich so besonders? Auf jeden Fall nicht für den Hai.
Aber zum Glück kommts ja eh nicht drauf an oder ...


Von Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959. Danke, Brigitte!

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit, zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist - von da an konnte ich ruhig sein. Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.

Als ich mich selbst zu lieben begann, konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben. Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war. Heute weiß ich, das nennt man "REIFE".

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben, und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht, was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt, auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo. Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das "Gesunden Egoismus", aber heute weiß ich, das ist "SELBSTLIEBE".

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet, so lebe ich heute jeden Tag und nenne es "BEWUSSTHEIT".

Als ich mich zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken armselig und krank machen kann. Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte, bekam der Verstand einen wichtigen Partner. Diese Verbindung nenne ich heute "HERZENSWEISHEIT".

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten. Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !


Sufi- Lektion aus "Der Katalane" von Wolf Kunik

1. Du hast diesen Körper erhalten.
Du wirst ihn mögen oder hassen, aber er wird bis ans Ende dieses Lebens das Heim deiner Seele sein.

2. Das Leben ist dein universeller Lehrer.
Jede Begegnung, sei es mit Gott, einem Menschen oder einem Staubkorn, wird dich etwas lehren, wenn du offen bist dafür.

3. Es gibt kein Gut und Böse.
Es gibt kein Dein und Mein. Es gibt keine Liebe und keinen Hass. Aber bedenke: Deine Handlungen verändern die Welt.

4. Wenn du in deinem Herzen Tore öffnest, verändert sich die Welt um dich herum.
Die Welt, wie sie sich dir offenbart, ist der Spiegel deiner Seele.

5. "Dort" ist nicht besser als "Hier".
Wenn dein "Dort" zu deinem "Hier" wird, wird es ein anderes "Dort" geben, das dich mit seinem Glanze lockt.

6. Dein Schicksal liegt in deiner Hand.
Und wenn dir jemand predigt, es läge in Gottes Hand, dann will er wohl genau das damit sagen.

7. Die Antwort liegt immer in dir.
Du weißt mehr, als du in diesem Leben gehört und gesehen hast.



aus Paramahansa Yogananda interpretiert die Rubaijat des Omar Chajjam

Der bemerkenswerteste Unterschied zwischen einer "realistischen" Einstellung im spirituellen Sinne
und einer solchen im weltlichen Sinne besteht darin, daß spiritueller Realismus erweiternd wirkt,
während weltlicher Realismus in der Regel verengend wirkt.

Spiritueller Realismus, beispielsweise die Bereitschaft, kompromißlos der vollen Wahrheit über sich selbst
ins Auge zu blicken, stimmt das Herz milde und erfüllt es schließlich mit einer Güte, die sich allen zuwendet.

Weltlicher Realismus hingegen verhärtet fast immer das Herz und erfüllt es mit Stolz und Selbstsucht.




aus Paramahansa Yogananda interpretiert die Rubaijat des Omar Chajjam

Die Nerven sind Bahnen, mit deren Hilfe die Lebenskraft Geist und Körper befähigt, sich gegenseitig zu beeinflussen. Indem die Lebenskraft durch das Rückgrat abwärts wandert und sich in den Körper und seine Sinne hinausbewegt, wird auch der Geist nach draußen gezogen. Von innen her bewirkte Sinnesreizung zwingt einen dazu, Erfüllung in Sinnenfreuden zu suchen.

Ebendieses Nervensystem bildet jedoch auch den einen und einzigen Pfad zu spiritueller Erleuchtung, ungeachtet der formellen Religionszugehörigkeit eines Menschen. Wenn die Energie dazu gebracht werden kann, ihren Fluß umzukehren, so daß sie von den Sinnen zum Gehirn strömt, dann enthüllt sie unserem Bewußtsein eine andere Welt.

Mit fortschreitender Verinnerlichung durch tägliches Meditieren entwickelt man subtile Wahrnehmungen, die weitaus zufriedenstellender sind als ihr gedämpftes Echo aus dem Feld der Sinne.




aus Paramahansa Yogananda interpretiert die Rubaijat des Omar Chajjam

Mag doch die Welt vor Empörung aufschreien oder in hektischem Überschwang Luftsprünge vollführen.
Was zählt das schon?
Das Ganze ist eine Parade - unterhaltsam, kontrastreich, aber trotz allem nur eine Parade,
die pausenlos vorüberzieht.



Dschalal ad-Din ar-Rumi:



Ich starb schon als Mineral und wurde zur Pflanze,
ich starb als Pflanze und erhob mich zum Tier,
ich starb als Tier, und hier bin ich als Mensch.

Wieso die Furcht?
Wann bin ich schon geringer geworden,
wenn ich starb?




Zitat aus: Noch eine Runde auf dem Karussel von Tiziano Terzani.

Eknath Easwaran, ein indischer, 1999 verstorbener Mystiker, der vierzig Jahre zunächst englische Literatur und dann Meditation in Berkeley lehrte, erzählt, wie ihm seine Großmutter, eine Art spirituelle Leitfigur für ihn, einmal eine einfache, aber bedeutende Lektion fürs Leben erteilte. Als er, ein Junge noch, mit dem Tod eines Verwandten nicht zurechtkam, forderte sie ihn auf, sich auf einen breiten Lehnstuhl zu setzen und sich mit aller Kraft dort festzuhalten. So klammerte er sich an die Armlehnen, während sie versuchte, ihn wegzureißen, was ihr auch gelang. Und der Widerstand hatte ihm auch noch wehgetan. Nun bat ihn die Großmutter, sich noch einmal zu setzen, nun aber keinen Widerstand zu leisten. Sie hob ihn sanft vom Stuhl und nahm ihn in die Arme. "So ist es auch mit dem Tod. Du kannst wählen, wie du aus dem Leben scheiden willst. Denk immer daran."



Entspannungsübung aus: Noch eine Runde auf dem Karussel von Tiziano Terzani.

Strecke dich aus, leere deinen Geist von allem, was ihn beschäftigt, entspanne deine Muskeln, löse alle Knoten. Atme tief ein. Spüre deinen Atem, folge ihm in die Arme, die Hände, die Beine; spüre, wie er reinigt, Schädliches beseitigt, heilt. Stelle dir vor, wie dein Atem alles Unreine hinwegfegt. Lass zu, dass alle deine Körperteile im Boden versinken, lass alle Organe los, stell dir vor, wie sich deine Nieren auf den Boden betten, lass es zu, dass sich die Haut an deinen Lenden von den Knochen löst und in deinen Augenwinkeln eine tiefe Freude aufkommt. Lass dich gehen. Du ruhst in den Armen von Mutter Erde. Bleib so, in der Weite des Universums, ohne etwas zu tun, ohne etwas zu denken. Löse diesen Kloß, den du im Hals spürst, weil dich vielleicht Versäumtes sorgt. Komm, löse ihn auf, lass ihn weich werden. Du bist glücklich, auch wenn dich niemand versteht. Du bist es, der mit all seiner Kraft alles abstößt, was nicht zu deinem Körper gehört. Weg damit...



Heute mute ich euch mal richtig viel Lesestoff zu, nochmal Tiziano Terzani.

.. auf meiner Reise durch die Welt, unterwegs zu Ärzten, Magiern und Meistern, war mir klar geworden, dass es keinen Sinn hatte, die Reise fortzusetzen. Denn eine Therapie aller Therapien gibt es nicht. Man kann nichts weiter tun, als so bewusst, so natürlich und so einfach wie möglich zu leben, sich von Wenigem, aber Gesundem zu ernähren, richtig zu atmen und die Bedürfnisse herunterzuschrauben, den Konsum soweit wie irgend möglich zu beschränken und seine Wünsche unter Kontrolle zu halten, um so neue Freiräume zu gewinnen ... Seite 628

... Wie die Tage vergingen, hatte ich immer mehr den Eindruck, der Stille außerhalb meiner Hütte entspreche zunehmend auch eine innere Stille, die mich, zusammen mit dem Alleinsein, zuweilen in eine wahre Hochstimmung versetzte. Ohne Ablenkungen, ohne äußere Reize, konnte sich mein Geist frei entfalten, seine Beschränkungen überwinden und schließlich zur Ruhe kommen. Ein ruhiger Geist ist nicht mit einem Geist ohne Gedanken gleichzusetzen. Es bedeutet nur, dass die Gedanken vor diesem ruhigen Hintergrund hervortreten und damit besser beobachtet, gedacht werden können ... Seite 672

... In ihrer ursprünglichen Reinheit befindet sich die Natur im Gleichgewicht, weist sie jene Ganzheit auf, nach der wir Menschen uns sehnen. Ich brauchte sie nur zu beobachten, um das Gefühl zu bekommen, eine Heimat wiederzufinden, einen Gleichklang zu spüren, den ich vergessen hatte. Es war wie ein Heilmittel, mein Leben wieder ihrem Rhythmus anzupassen ... Seite 673

Das Ich hat auch seine nützlichen Seiten. Besser man lässt es reifen, als es zu zerstören. Ein wenig Ich ist unentbehrlich, um sich zu schützen. Man muß nur darauf achten, sich nicht zu wichtig zu nehmen und zu wissen, dass es sich um eine Maske handelt.     Seite 700


Eine chinesische Geschichte von unbekanntem Autor:

Es war einmal eine alte Frau, die zwei große Schüsseln hatte, die von den Enden einer Stange hingen, welche sie über ihren Schultern trug. Eine der Schüsseln hatte einen Sprung, während die andere makellos war und stets eine volle Portion Wasser fasste. Am Ende der lange Wanderung vom Fluss zum Haus der alten Frau war die andere Schüssel jedoch immer nur noch halb voll.

Zwei Jahre lang geschah dies täglich: die alte Frau brachte immer nur anderthalb Schüsseln Wasser mit nach Hause. Die makellose Schüssel war natürlich sehr stolz auf ihre Leistung, aber die arme Schüssel mit dem Sprung schämte sich wegen ihres Makels und war betrübt, dass sie nur die Hälfte dessen verrichten konnte, wofür sie gemacht worden war. Nach zwei Jahren, die ihr wie ein endloses Versagen vorkamen, sprach die Schüssel zu der alten Frau: "Ich schäme mich so wegen meines Sprungs, aus dem den ganzen Weg zu deinem Haus immer Wasser läuft."

Die alte Frau lächelte. "Ist dir aufgefallen, dass auf deiner Seite des Weges Blumen blühen, aber auf der Seite der anderen Schüssel nicht?" "Ich habe auf deiner Seite des Pfades Blumensamen gesät, weil ich mir deines Fehlers bewusst war. Nun gießt du sie jeden Tag, wenn wir nach Hause laufen. Zwei Jahre lang konnte ich diese wunderschönen Blumen pflücken und den Tisch damit schmücken. Wenn du nicht genauso wärst, wie du bist, würde diese Schönheit nicht existieren und unser Haus beehren."

Jeder von uns hat seine ganz eigenen Macken und Fehler, aber es sind die Macken und Sprünge, die unser Leben so interessant und lohnenswert machen. Man sollte jede Person einfach so nehmen, wie sie ist und das Gute in ihr sehen.


Laßt euch verzaubern von Khalil Gibrans "Von Gott":

Als vor Zeiten der erste bebende Laut über meine Lippen drang, erklomm ich den heiligen Berg und sprach zu Gott. Und ich sagte: "Herr ich bin dein Diener. Dein geheimer Wille ist mein Gesetz, und ich folge dir immerdar.
Aber Gott antwortete nicht. Er entschwand einem mächtigen Sturme gleich.

Und nach tausend Jahren erklomm ich den heiligen Berg, und wieder sprach ich zu Gott. Und ich sagte: "Schöpfer, ich bin dein Geschöpf. Aus Ton hast du mich geformt, und was ich bin und habe, schulde ich dir."
Aber Gott antwortete nicht. Er entschwand tausend eiligen Flügeln gleich.

Und nach tausend Jahren erklomm ich den heiligen Berg, und wieder sprach ich zu Gott. Und ich sagte: "Vater, ich bin dein Sohn. Aus Liebe und Erbarmen hast du mich gezeugt, und in Liebe und Ehrerbietung will ich dein Königreich erben."
Aber Gott antwortete nicht. Er verschwand wie Dunst in der Ferne.

Und nach tausend Jahren erklomm ich den heiligen Berg, und wieder sprach ich zu Gott. Und ich sagte: "Mein Gott, mein Ziel und meine Erfüllung. Ich bin dein Gestern, und du bist mein Morgen. Ich bin deine Wurzel in der Erde, du bist meine Blüte am Firmament, und gemeinsam wachsen wir vor dem Antlitz der Sonne."
Da neigte sich Gott hernieder und flüsterte süße Worte in mein Ohr. Und wie der See das Bächlein umfängt, das in ihn mündet, so umfing er mich. Und als ich in die Weiten und Täler hinabstieg, war Gott auch dort.


Aus "Mieses Karma" von David Safier:

In meinem hundertunddreizehnten Leben als Ameise begab ich mich mit einer Kompanie an die Erdoberfläche. Wir sollten im Auftrag der Königin das Terrain rund um unser Reich erkunden. Wir marschierten durch die sengende Hitze auf heißem, sonnenerwärmtem Gestein. Da verfinsterte sich binnen Sekunden die Sonne auf fast schon apokalyptische Art und Weise. Meine Augen spähten gen Himmel und ich erblickte die Sohle einer Frauensandale, die sich unaufhaltsam auf uns herabsenkte. Es war so, als fiele uns der Himmel auf den Kopf. Und ich dachte bei mir: Schon wieder muß ich sterben, weil ein Mensch nicht angemessen auf seine Schritte achtet.


Leseprobe aus "Muscheln in meiner Hand " von Anne Morrow Lindbergh:

....so wenig Möbel wie möglich. Ich werde nicht viele brauchen.
Ich werde nur solche Freunde in meine Muschel bitten, zu denen ich vollkommen offen sein kann.
Ich stelle fest, dass ich die Heuchelei in meinen menschlichen Beziehungen ablege.
Wie ausruhend das sein wird! Ich habe entdeckt, dass das Anstrengendste im Leben die Unaufrichtigkeit ist.
Ihretwegen strengt uns das gesellschaftliche Leben so an; man trägt eine Maske.
Ich lebe sehr glücklich ohne jene Dinge, die ich im Winter im Norden für notwendig erachte....

Danke, Anke!



L o v e,

you have asked for my Ten Commandments.
It is very difficult because i am against any sort of commandment.
Yet, just for the fun of it, i write as follows:
1. Obey no command unless it is a command from within.
2. There is no God other than live itself.
3. Truth is within. Seek not elsewhere.
4. Love is prayer.
5. Emptyness is the doorway to truth. Emptyness is the means, the destination, the attainment.
6. Live is - here and now.
7. Live - filly awake.
8. Do not swim - float.
9. Die each moment so that you can grow anew each moment.
10. Search not: that which is, is. Stop and see.

One of the early letters of OSHO to a friend. Reprinted in A Cup of Tea.